Deponie Weihergut

Nein zur Erdaushub – Deponie im Weihergut

Die grüne Fraktion stimmte in der Stadtratssitzung vom 27. November 2025 gegen den Beschluß, das Planfeststellungsverfahren für die Errichtung einer Erdaushub-Deponie im "Weihergut" einzuleiten..

Dazu 3 Meinungen, die das NEIN erläutern sollen!

 

27.11.2025 öffentliche Stadtratsitzung  Rede Stadtrat Thomas  Meuchelböck 

 

  1. Die Verfahrensweise, wie der Standort festgelegt wurde, fand ich nicht richtig: hier hat meines Erachtens ein privater Grundbesitzer seine Flächen für die Planung zur Verfügung gestellt. Ganz legitim um einen wirtschaftlichen Nutzen zu haben.

Die Stadt sah die Vorteile der Lage für eine Deponie wie die Anfahrt, vorhandene Deponie und den Besitz der eigenen Nachbargrundstücke (was Einnahmen und eventuell Zuschüsse für den eh geplanten Umbau des Waldstreifens bringen würde.) Alles nachvollziehbar. Soviel ich weiß, wurden keine Alternativstandorte gesucht.

Ich halte eine regionale Deponie für notwendig im Umkreis von max.25 km. Der Bodenaushub aller Baumaßnahmen sollte nicht zu weit abgefahren werden. Wir sparen mit jedem nicht gefahrenen LKW-km CO2 , Reifenabrieb und Lärmbelästigung. Auch das ist Umweltschutz. Zusätzlich unterstützen wir damit auch die einheimischen Baufirmen, die durch kurze Wege Kosten sparen. Es kann auch ein Beitrag zur Senkung der Baukosten sein.

Aber innerhalb dieser max. 25 km sollte nach dem besten Standort gesucht werden. Das ist meines Erachtens hier nicht geschehen. An der Standortsuche müssen dann alle betroffenen Kommunen beteiligt werden. Das kann im ILE Verbund geschehen, oder besser, das Landratsamt kümmert sich um ein Flächenmanagement. Natürlich wird dann die eine oder andere Kommune auf Einnahmen verzichten müssen, aber wir wollen den besten Standort ökologisch und wirtschaftlich für die gesamte Region.

Ich denke, wenn wir so vorgehen würden, hätten wir bei einer Standortentscheidung für eine Deponie, die immer irgendwelche Schäden verursacht, eher die Akzeptanz der Bürger.

  1. Im Vertrag steht … „Anlieferung aus der Region“ ….. dieser Begriff ist für mich zu ungenau. Beim Ortstermin wurde von bis zu 50 km gesprochen. Das wäre von Memmingen bis Lindau und von hinter Oberstdorf bis Wangen. Herr Stumpe von RESULT-Recycling betonte dann zwar, dass aus rein wirtschaftlichen Gründen kein Unternehmer so weit fahren würde; aber dann dürfte es auch kein Problem sein, wenn wir statt „Anlieferung aus der Region“ in den Vertrag „Anlieferungsgrenze 25 km im Umkreis“ schreiben.

(Die Größe der Deponie ist 170 000 m3. Ein Einfamilienhaus hat etwa 600 m3 Aushub, ein Sechsfamilienhaus etwa 1 300 m3.Hinzu kommen noch weitere Bvh wie zB. Radweg- und Straßenbau. Die Deponie würde also bei einem Umkreis von 25km und ca 150 Baustellen in den veranschlagten 12Jahren Auffüllzeit befüllt werden.)

 

  1. Ich finde nach wie vor, dass die Stadt nicht schon jetzt ihre Grundstücke vertraglich an die Firma abgeben sollte bzw. müsste dann im Vertrag eine Ausstiegsklausel sein, damit die Stadt in 6 Jahren entscheiden kann, wenn die Auffüllung Ri Stadtgrundstücke kommt, ob weiterer Bedarf besteht. Bzw ob die Firma auch dementsprechend nach den Vorstellungen der Stadt arbeitet. . Das gleiche gilt auch für die Preisgestaltung je m3 Einfüllmenge. Wir können doch jetzt nicht schon dafür den Preis festlegen, wie im Vorvertrag steht, wo keiner die Preisentwicklung für 6 Jahre voraussagen kann. Das wäre sicherlich zum Nachteil für Immenstadt.

 

 

 

 

 

Rosi Oppold:

Mit der Erdaushub-Deponie greifen wir in Natur und Landschaft ein. Immenstadts Naherholungsraum im Weihergut wird ab jetzt nicht nur landwirtschaftlich, sondern auch gewerblich genutzt.

Erdaushub sei harmlos und unbelastet, sagen die einen. Mit dem Erdaushub sind Riegel nötig, die die Erde halten und stabilisieren. Die Riegel bestehen aus grobem Material, Ziegel, Dachplatten, Wandteile aus Beton, Fliesen und Keramik. Nicht unbelastet, meinen andere.  Aber nur in geringen Mengen im Rahmen der Schadstoffklasse 0, erwidern die Befürworter.

Diese Riegel werden bis zu 4 m hoch, dahinter wird aufgefüllt. Wenn die Deponie fertig ist, ist nichts mehr wie vorher. Für gefährdete Tier- und Pflanzenarten werden Ausgleichflächen geschaffen. Anschließend werden die Wiesen extensiv bewirtschaftet.

Gut geplant und an alles gedacht?

  • eine Deponie, die das Bauen leichter machen soll, weil die Entsorgung geklärt ist?
  • der Lastwagenverkehr so wenig wie möglich und an Gewicht den Forstwegen zur Deponie angepasst?
  • umfangreiche Ausgleichmaßnahmen mit ökologisch wertvollen Magerrasenflächen, einer Feuchtstelle im Süden als Sammelstelle für Oberflächenwasser und als Lebensraum für Amphibien und Eidechsenhotels?
  • die Auffüllung in mehreren Bauabschnitten, sodass immer renaturiert wird, bevor man den nächsten Abschnitt auffüllt?

Aber – der Eingriff im Weihergut verändert das ganze Gebiet. Die Natur hat keine Stimme. Nur wir können für ihren Erhalt eintreten.

Renaturieren bedeutet immer, dass Kaputt-Gemachtes geflickt werden muss. Die entstandene Fläche hat nichts mehr mit dem Original zu tun. Beim Umbau werden Pflanzen und Tiere auf der Strecke bleiben, wenn sie nicht früh genug weichen.

 

Ein weiteres Problem sind Neophyten, die die renaturierten Flächen vereinnahmen können. Sie werden mit dem Erdaushub eingeschleppt. Neben dem indischen Springkraut und der kanadischen Goldrute ist der japanische Staudenknöterich zu nennen. Seine Bekämpfung ist schwierig, weil sein Wurzelwerk tief in den Boden wächst und immer Wurzelreste zurückbleiben, die das erneute Wachstum ermöglichen. Aus extensiv bewirtschafteten Flächen können vom Staudenknöterich überwucherte Flächen werden. RESULT-Recycling kennt das Problem bestimmt schon und wird nicht garantieren, dass der Erdaushub von Neophyten unbelastet sein wird.

 

Regine Karch:

Hier meine Argumente gegen die Erddeponie:

 

1. Gesetze

 

Wenn man die juristische Seite zu Rate zieht, stößt man auf ein kompliziertes Geflecht aus Gesetzen und Verordnungen (Abfall-, Umwelt-, und Baurecht).

Interessant dabei ist das übergeordnete Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG), in welchem die Grundsätze von Vermeidung, Verwertung und Beseitigung von Abfällen geregelt ist. Und zwar genau in der Reihenfolge! 

 

1. Vermeidung 

2. Verwertung

3. Beseitigung

 

Auch wenn es in der Vergangenheit Deponien gab, zu welchen ein noch größerer Radius als 25 km zählte, halte ich 25 km für einen viel zu großzügigen Radius (Kempten gehört sogar dazu!)!

Ich persönlich finde, wenn man schon - Betonung liegt auch auf der heutigen Zeit - so baut, dass überhaupt Erdmaterial "entsorgt" werden muss, so soll jede Kommune sich selbst und somit dezentral (dadurch spart man sich sogar noch mehr km) kümmern, wo in ihrem jeweiligen Gemeindegebiet sie eine Deponie errichten will.

Ich bin also strikt dafür, dass ausschließlich wirklich nicht vermeidbare Immenstädter Aushübe in einer Immenstädter Deponie gelagert werden - damit ist aber das Standortthema nicht vom Tisch!

 

 2. Zerstörung des gewachsenen Bodenprofils

 

Hier soll ein gravierender Eingriff in die gewachsene Bodenstruktur stattfinden. Der Boden besteht als Körper aus horizontalen Schichten, die teilweise wasserführend sind und in sich jedenfalls eine homogene Materialklasse darstellen, in welchen unzählige Bodenlebewesen und -mechanismen zuhause sind.

 

Diese über Jahrtausende gewachsene Struktur soll also zerstört werden für ein paar Jahre bedenkenlose und finanziell betrachtet fragwürdige Erdentsorgung?

Die Materialien der Aushübe sind sehr heterogen und werden sich auch in Kombination mit den geplanten Befestigungsideen niemals zu einem gesunden Boden verbinden.

Das Wasser wird sich in diesem "Gepräge" schon irgendwie seinen Weg suchen, aber die Gewährleistung, dass in 50 Jahren die nachfolgende Generation nicht Geländeschäden

oder die komplette Deponie sanieren muss, kann mir leider keiner glaubhaft vermitteln. Die Erddeponie kann sacken, rutschen und zerstört alle natürlichen Versickerungsmöglichkeiten!

 

Es geht hier wirklich um den Boden, der unwiederbringlich in seinen natürlichen Schichten zerstört werden soll! Dass in der Vergangenheit hier eine Deponie war, war damals schon falsch und ist überhaupt kein Argument für den neuen Deponiegedanken. 

Nur weil wir hernach alles mit Oberboden bedecken, auf dem logischerweise Stauden und Sträucher wachsen, ist das doch nur eine Vertuschung der Tatsachen. Jeder Mensch, der sich mit Bäumen auskennt, weiß, dass ein Baum ein Wurzelwerk entwickelt ähnlich seiner Baumkrone - mir fällt kein einziger Großbaum ein, der seine 

Wurzeln in ein solches "Bodenmaterial", eher als Bodenwirrwarr zu bezeichnen, schlagen möchte.

 

3. Andere gewichtige Argumente

 

  • Das Thema Landschaftsästhetik und Blickbeziehungen - eine Deponie hat dort nichts zu suchen, weil sie diese abwertet und stört.

 

  • Naherholungsgebiet für Einheimische und Urlauber - die Deponie stört!

 

  • Rückzugsort für Tiere und Pflanzen, wo endlich einmal keine landwirtschaftliche Bewirtschaftung stattfindet - geht verloren!

 

 

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