Wahlkreisreform: Grüne lehnen Zerschlagung des südlichen Oberallgäus ab

21.09.26 –

Die Diskussion, Gemeinden des südlichen Oberallgäus dem Wahlkreis Ostallgäu zuzuschlagen, bewerten die Allgäuer Grünen als strukturell und geografisch unsinnig. Betroffen wären die Kreisstadt Sonthofen sowie die Kommunen Oy-Mittelberg, Wertach, Rettenberg, Burgberg, Bad Hindelang und Oberstdorf. Der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen im Oberallgäu hatte bereits im März in einer internen Stellungnahme an den Bund die nun bekannt gewordene geplante Neuordnung der Wahlkreise klar abgelehnt.

Die geplanten Änderungen würden gewachsene regionale Identitäten und funktionierende infrastrukturelle Verflechtungen künstlich durchtrennen. Während das südliche Oberallgäu durch das Illertal und die umliegenden Bergketten eine natürliche Einheit bilde, gäbe es keine zentralen Verkehrsachsen oder eine räumliche Nachbarschaft, die eine Zuordnung zum Ostallgäu rechtfertigen würden.

„Eine solche Neuordnung schwächt die politische Stimme unserer Region und ist aus strukturellen, geografischen, wirtschaftlichen und identitätsstiftenden Gründen abzulehnen“, erklärt Thomas Gehring, Sprecher des Kreisverbandes Oberallgäu. „Die geplante Zuordnung ist weder geografisch noch strukturell sinnvoll. Sie würde funktionierende regionale Zusammenhänge aufbrechen und die effektive politische Vertretung schwächen.“

Besonders kritisch sehen die Grünen die ökonomischen Diskrepanzen. Eine gemeinsame politische Vertretung innerhalb eines homogenen Wahlkreises sei unerlässlich, um gerade Wirtschaftsinteressen gebündelt zu vertreten. Zudem würde die Reform die administrative Logik ignorieren. Sonthofen als Kreisstadt erfülle zentrale Funktionen für die umliegenden Gemeinden. Eine Abtrennung würde dazu führen, dass 21 Kommunen ohne ihre Kreisstadt in einem Wahlkreis organisiert wären.

Günter Räder, Sprecher des Kreisverbandes Ostallgäu, stellt fest: „Uns ist klar, dass der Zuschnitt von Wahlkreisen angepasst werden muss. Aber mit dieser Lösung können wir im Allgäu nicht gut leben. Der Vorschlag muss überarbeitet werden.“

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