Schutz unserer alpinen Landschaft: Grüne plädieren für Kompromiss am Fellhorn

01.04.26 –

Die Oberallgäuer Grünen kritisieren die vorgesehenen Eingriffe am Blumenberg Fellhorn.

Die massiven Erdbewegungen und Eingriffe am Fellhorn gefährden sensible Lebensräume und zerstören alte, wertvolle Biotopstrukturen. Die Grünen kritisieren, dass die bisherige Landrätin nicht moderiert habe. Christina Mader, Fraktionsvorsitzende im Kreistag, hinterfragt, weshalb kein Kompromiss vereinbart wurde: „Einer Erneuerung der Scheidtobelbahn hätte man zustimmen können, wenn dabei die Pistenmodellierungen unterlassen worden wären.“ Statt sich auch als Hüterin für die Natur und Heimat verantwortlich zu fühlen, treibe die Landrätin ein Projekt voran, das kurzfristige wirtschaftliche Interessen über das langfristige Gemeinwohl stelle. „Die jetzt existierenden Pisten laden ein zum Skifahren, und auch Anfänger können hier Skifahren lernen. Ein Kompromiss würde keine Einschränkung am Skispaß darstellen, dafür aber das Schutzgut erhalten. Durch die geplanten Modellierungen gehen unersetzbare Biotope über 2,6 Hektar für immer verloren, die durch das Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt sind“, so Mader.

Dass man die Genehmigungen „um eine Umweltverträglichkeitsprüfung herum“ gestaltet habe, zeige ein Desinteresse am Erhalt des Blumenbergs Fellhorn, der bereits seit den 1980er Jahren umgebaut werde, führt Thomas Gehring, Sprecher der Oberallgäuer Grünen aus. Durch die Verbandsklage des Landesbundes für Vogelschutz werde die Chance gewahrt, noch ein Stück Artenvielfalt und Heimat zu retten, so Gehring weiter. Er setzt auf die Moderation des neuen Landrats zugunsten eines einzigartiger Naturraums, „den wir den kommenden Generationen und auch dem Wandertourismus intakt hinterlassen müssen. Wer mit dem Fellhorn als Blumenberg wirbt, muss dort auch die Natur in ihrer ursprünglichen Form erhalten.“

Hintergrund: Am Fellhorn bei Oberstdorf drohen irreversible Eingriffe in eine hochsensible Berg- und Naturlandschaft. Das Landratsamt Oberallgäu hatte für den Ausbau der Scheidtobelbahn und für die geplanten Pistenmodellierungen nicht nur grünes Licht gegeben, sondern auch den Sofortvollzug angeordnet. Die Grünen kritisieren, dass dieser Fall exemplarisch zeige, wie das von CSU und Freien Wählern beschlossene Dritte Modernisierungsgesetz Umweltstandards aushebelt und den Schutz sensibler Naturräume schwächt. Der Landesbund für Vogelschutz klagt gegen das Projekt.

Bild: Für die Arbeiten am Fellhorn wurden bereits Bäume gefällt.
Bildautorin: Christina Mader

 

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