
15.12.25 –
Pressemitteilung – Bezahlbarer Wohnraum steht bayernweit ganz oben auf der Themenliste der Grünen. Zusammen mit der Landesvorsitzenden Gisela Sengl besuchten deshalb Oberallgäuer Grünenpolitiker das SWW Oberallgäu Wohnungsbau GmbH und den Verein Wahlfamilie e.V. Im Mittelpunkt des Gesprächs mit Nikolas Raimund, dem Geschäftsführer des SWW, standen die drängenden Herausforderungen des sozialen Wohnungsbaus, die hohe Nachfrage nach günstigem Wohnraum und innovative Lösungsansätze wie serielles Bauen und zielgerichtetes Flächenmanagement. Gemeinsam mit Vertretern des Vereins Wahlfamilie wurden neue Wohnkonzepte gegen Vereinsamung im Alter diskutiert.
Sozialer Wohnungsbau: Planungssicherheit und mehr Förderung als Hebel
Beim SWW informierten sich die Grünen über die aktuelle Situation auf dem regionalen Wohnungsmarkt, der durch eine überdurchschnittlich hohe Nachfrage nach günstigem Wohnraum geprägt ist. Die Landesvorsitzende Sengl betonte, dass bundesweite Instrumentarien gezielt eingesetzt werden müssten, um den Bau von Sozialwohnungen zu beschleunigen: „Wir brauchen landesweit Planungssicherheit und größere Fördertöpfe, um den Wohnungsmangel zu bekämpfen. Auch das Flächenmanagement ist zu optimieren – etwa durch Nachverdichtungen in bestehenden Wohngebieten und von Brachflächen, Aufstockungen des Bestandes oder Umwidmungen von Gewerbegebieten.“ Christina Mader, Kreistagsfraktionsvorsitzende und Landratskandidatin der Grünen, fügte an: „Wir müssen von unseren teilweise zu hohen Baustandards runter, die Genehmigungsverfahren verkürzen und das modulare Bauen, wie es das SWW umsetzen will, stärken.“ Und sie brachte eine weitere Idee ins Spiel: „Ich mache mich für den Wohnungstausch stark. Dieser kann beispielweise einer Familie mehr Platz ermöglichen, wenn sich ein passender Tauschpartner dafür verkleinern will. So ein Tauschgeschäft braucht aber Hilfestellung. Ich möchte, dass der Landkreis hier unterstützend tätig wird.“
Wahlfamilie gegen Vereinsamung: Neue Wohnformen für den demografischen Wandel
Anschließend besuchten die Grünen die Wahlfamilie in Sonthofen. Der Verein engagiert sich gegen die zunehmende Vereinsamung älterer Menschen und hat hierfür bereits zwei Hausgemeinschaften gegründet. Die Vorsitzende Susanne Hofmann stellte das erfolgreiche Konzept vor: Personen, die über 55 Jahre alt sind, wohnen gemeinsam in einem vom SWW gebauten Haus in eigenen barrierefreien Wohnungen. Hier unterstützen sie sich gegenseitig und kommen in einem Gemeinschaftsraum sowie durch gemeinsame Aktivitäten zusammen. Mader hob die Bedeutung solcher neuen Wohnformen hervor: „Der demografische Wandel erfordert kreative Lösungen. Die Wahlfamilie ist nicht nur eine Antwort auf den Bedarf von altersgerechten Wohnungen, sondern auch auf die soziale Isolation vieler Senioren. Die Politik muss solche Initiativen aktiv fördern – etwa durch Beratungsangebote oder die Bereitstellung von kommunalen Flächen.“
Für die Grünen klar: Wohnraumpolitik ist gesellschaftliche Querschnittsaufgabe
Die Grünen unterstrichen, dass bezahlbarer Wohnraum und neue Wohnformen zentrale Bausteine einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung seien. Neben finanziellen Anreizen für den sozialen Wohnungsbau müssten auch rechtliche Hürden abgebaut und kooperative Modelle wie Genossenschaften oder Wahlfamilien gestärkt werden. „Wohnen ist ein Menschenrecht – und auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit“, so Sengl. „Hier müssen Bund, Länder und Kommunen an einem Strang ziehen.“
Im Bild: Susanne Hofmann, Gisela Sengl und Christina Mader
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