Claudia Roth warnt vor Abwärtsspirale

Globale Gerechtigkeit braucht politischen Willen

03.07.26 –

Die Kürzungen der Bundesregierung bei den Mitteln der internationalen Zusammenarbeit kritisierte Claudia Roth bei einem Fachgespräch mit Vertretern der Oberallgäuer Eine Welt-Initiativen. Die entwicklungspolitische Sprecherin der Grünen Bundestagsfraktion warnte: „Mitten in einer Zeit weltweiter Krisen kürzt die schwarz-rote Koalition den Etat für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Dies trifft den Globalen Süden mit voller Härte. Statt Solidarität zu zeigen und Stabilität zu geben, sendet die Bundesregierung ein Signal des Rückzugs.“ Weltweit werde Entwicklungspolitik immer sichtbarer nach strategischen Eigeninteressen statt nach humanitären Notwendigkeiten ausgerichtet. Ebenso fatal sei das politische Wegschauen beim Klimawandel, der eine der Hauptursachen für Flucht und Migration darstelle.

Dem gegenüber machten Positivbeispiele aus der Region deutlich, wie echte Solidarität funktioniere. „Zielgerichtetes Engagement in Weltläden oder Initiativen wie dem Allgäuer Verein ‚Hilfe für Afrika – Wasser für Senegal‘ beweisen, dass zivilgesellschaftliches Handeln einen Unterschied macht“, zeigte sich Roth erfreut. Von ihrer Arbeit berichtete Christine Arnold, Leiterin der Weltläden in Immenstadt, Sonthofen und Oberstdorf: „Wir arbeiten seit Anfang der 1980er Jahre an der Umsetzung der Idee vom Fairen Handel im Allgäu. Wir setzen uns gegen Kinderarmut ein und engagieren uns für das Überleben und den Landerhalt der Kleinbauern im Globalen Süden.“ Dem pflichtete auch Bio-Bäuerin Karin Agerer aus Bad Hindelang bei: „Kleinbauern der Welt ernähren die Welt. Wir wünschen uns faire Preise für Landwirte rund um den Globus.“

Am Gespräch beteiligten sich Vertreterinnen der Allgäuer Fairtrade-Kommunen, Akteurinnen im Eine Welt-Netzwerk, der Vorsitzende des Vereins „Hilfe für Afrika – Wasser für Senegal“ August Braun sowie Dr. Maximilian Held, Bildungsreferent beim Oikocredit Förderkreis Bayern. Unterstützung durch Initiativen wie diese seien oft entscheidend für Unternehmen im Globalen Süden, unterstrich Roth. „Mikrokredite fördern gezielt kleinbäuerliche Betriebe. Sie helfen, Arbeitsplätze zu schaffen, Ernährung zu sichern, Frauen zu stärken und die Umwelt zu schützen.“ Das von der Runde formulierte Ziel: eine Politik, die die Ursachen von Ungleichheit bekämpft und dabei die zivilgesellschaftliche Basis allerorts nachhaltig stärkt.

Bild: Es diskutierten Karin Agerer (Fairtrade-Kommune Bad Hindelang, links), Christina Mader (Bündnis 90/Die Grünen, 2. von links), August Braun (Wasser für Senegal e.V., 3. von links), Christine Arnold (Weltläden im Oberallgäu, 4. von rechts), Dr. Maximilian Held (Oikocredit Förderkreis Bayern e. V., 2. von rechts), Miriam Fontes (Eine Welt e.V., rechts) und weitere Engagierte mit der Bundestagsabgeordneten Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen, Mitte).

Bildrechte: Grüne Oberallgäu

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