
23.10.26 –
Nach dem Diskussionstermin „So gelingt die Energiewende im Oberallgäu“ fordern die Oberallgäuer Grünen einen Kurswechsel: Wind- und Solarenergie seien keine Hindernisse für den Wirtschaftsstandort Allgäu. Vielmehr seien sie Voraussetzung für sichere Arbeitsplätze, eine starke regionale Wertschöpfung und stabile Kommunen.
Martin Stümpfig, Sprecher für Energie und Klimaschutz der Grünen im Landtag, benannte die Energiewende als „das größte Konjunkturprogramm für den ländlichen Raum in der Geschichte der Bundesrepublik“. Jedes neue Windrad senke die Strompreise und bringe Geld in die Gemeindekasse. Vorbilder wie Wildpoldsried zeigten bereits, dass eine kommunale Vorreiterrolle in vielen Bereichen Vorteile schafft – ein Modell, das nun flächendeckend ausgerollt werden müsse. Parallel dazu sei eine echte Wärmestrategie nötig. Diese dürfe nicht in den Hinterzimmern des Wirtschaftsministeriums entstehen, sondern müsse als Gemeinschaftsprojekt mit allen Beteiligten entwickelt werden. Ziel sei es, die Wertschöpfung in der Region zu halten und insbesondere einkommensschwache Haushalte bei der Umstellung auf erneuerbare Energien beim Heizen und in der Mobilität gezielt zu unterstützen.
Christina Mader, Vorsitzende der Grünen Kreistagsfraktion, betonte, dass trotz politischer Hürden bereits positive Entwicklungen sichtbar seien. Um Projekte zu realisieren, die für Einzelne zu groß sind, müssten Kommunen gestärkt werden. „Was da gebraucht wird, sind Planungssicherheit, vernünftige Förderkulissen und Flexibilisierung. Und: Kommunikation! Wir müssen zeigen, wie jede Kommune die Positivbeispiele nachmachen kann. Täglich fließen aus Bayern 18 Millionen Euro ins Ausland für fossile Energieträger. Das Geld wollen wir doch lieber in der Region haben. Und das können wir durch die Erneuerbaren.“
Weitere Themen der engagierten Diskussion mit rund 60 Interessierten war der Weg hin zu einem dezentralen Stromsystem sowie die neuen Möglichkeiten des Energy Sharings. Laut Stümpfig sei dies die Entwicklung, die es brauche, um die Wirtschaft im Oberallgäu und ganz Bayern zukunftssicher zu machen.
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