Frauen tragen die Hauptlast

Ekin Deligöz diskutiert mit Betroffenen der Coronakrise in Immenstadt

17. Aug. 2020 –

Die Oberallgäuer Grünen hatten die Bundestagsabgeordnete Ekin Deligöz nach Immenstadt eingeladen, um mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die von Corona besonders stark betroffen sind. Unter Anderem Solo-Selbständige, Unternehmer*innen, Besitzer*innen von kleinen Läden, Menschen in ambulanten Pflegediensten, in der Kinder- und Jugendarbeit, in sozialen Diensten, in Kultureinrichtungen und im Hotel- und Gaststättengewerbe. In der Diskussionsrunde wurde deutlich, dass vor allem Frauen die Hauptlast in der Pandemie tragen, weil viele durch die Doppelbelastung in Familie und Beruf gefordert werden.

Für Kreissprecherin Christina Mader war es wichtig, dass Deligöz, die sich seit Jahren in der Jugend- und Familienpolitik engagiert und aktuell im Haushaltsausschuss des Bundestages sitzt, die Erfahrungen der Betroffenen mit nach Berlin nimmt. „Corona hat die Mängel und Defizite der gesellschaftlichen Strukturen noch einmal deutlicher aufgezeigt, vor allem auch in den sozialen Bereichen“, so Mader. Die Hauptlastliege dabei häufig bei den Frauen. Sie sieht die Gefahr eines Rollbacks in der Geschlechterverteilung.

Irene Nikodem, Altenpflegerin in Immenstadt, nannte die Einmalzahlung an Pflegekräfte von 500 Euro „ganz nett, aber unterm Strich nur einen Tropfen auf den heißen Stein“. Es gelte langfristig die Pflege zu stärken u. A. mit anderen Arbeitszeitmodellen. Kinobetreiberin Ildiko Seitz, bei der das Treffen stattfand, forderte klarere Regeln für Unternehmer und auch Klarheit, wie mit Verstößen gegen die Corona-Regeln umgegangen wird. Demenzbetreuerin Marlene Greising schilderte die Schwierigkeiten, die demente Menschen beim Um-gang mit der Maskenpflicht haben. Bezirkstags-Vizepräsidentin Barbara Holzmannstellte dar, dass die Kosten für die Kommunen explodieren. Darum sei mehr Unterstützung notwendig z. B. für die Behindertenwerkstätten. Soloselbständige wie eine Ayuveda-Therapeutin und eine Yogalehrerin berichteten von den Schwierigkeiten, unter den Pandemie-Bedingungen wirtschaftlich zu überleben. Für diese Gruppengäbe es zu wenig Hilfen. Als allein erziehende Mutter fühle man sich „völlig alleingelassen“ so Angelika Hauser. „Die Verliererinnen der Coronakrise sind oftmals die Frauen“, so Deligöz. Oft blieben diese zu Hause, wenn Kita und Schule geschlossen bleiben. Während die Männerweiter zur Arbeit gingen. Das stärke die alten Rollenbilder. Für Deligöz und auch den Landtagsvizepräsidenten Thomas Gehring sollten die unterschiedlichen Hilfen stärker differenziert werden. Wie etwa bei dem Rettungsschirm in Baden-Württemberg, wo die Hilfen auch am Lebensunterhalt der Betroffenen bemessen werden. „Nachdem Lockdown sind in Bayern die Belastungen und wirtschaftlichen Risiken von vielen Menschen nicht ausreichend ausgeglichen worden. Gerade Frauen, die ganzoder teilweise als Selbstständige in den Bereichen Bildung und Gesundheit arbeiten, hätten keine Unterstützung erhalten. „Für einige haben wir als Grüne Landtagsfraktion Verbesserungen erreicht, leider nicht für alle“, so Gehring.

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